Postkoloniale Kleist-Forschung verankert

Eine ausführliche Besprechung widmet der Freiburger Historiker Friedemann Pestel dem von Reinhard Blänkner herausgegebenen Tagungsband Heinrich von Kleists Novelle ›Die Verlobung in St. Domingo‹. Literatur und Politik im globalen Kontext um 1800 (Würzburg: Königshausen & Neumann, 2013):
»Das wichtige Verdienst des Bandes besteht darin, die postkoloniale Kleist-Forschung in einer europäischen Rezeptionsgeschichte der Haitianischen Revolution zu verankern. Als Ergebnis dieser gelungenen Kontextualisierung Kleists steht aber auch seine teilweise Relativierung. Die angerissenen Fragen zur Repräsentativität bzw. zu nationalkulturellen Spezifika der Aneignungsmuster der Haitianischen Revolution […] verdienen weiteres Interesse, gerade mit Blick auf die zeitgenössische französische, britische und spanische Rezeption. Hier geraten zum Teil disziplinäre Eigenlogiken an ihre Grenzen, und es bleibt zu diskutieren, ob gerade über die klassische autoren- bzw. werkbezogene Komparatistik hinaus nicht noch stärker verflechtungsgeschichtliche Untersuchungsverfahren zu erproben wären, wie an anderer Stelle bereits überzeugend geschehen.« http://h-net.msu.edu/cgi-bin/logbrowse.pl?trx=vx&list=H-Soz-u-Kult&month=1402&week=d&msg=oYq/%2BcnWL%2BUllT4oOhthjA

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