Ringelnatz sen.

»[Georg] Böttichers lyrischer Leutnant nimmt aufs schönste alle Klischees angelsächsischer Pickelhaubenfilmpreußen vorweg. Mit unerschütterlicher Selbstgewißheit verteilt er in zackig-knappem und doch jovialem Ton nach allen Richtungen Zensuren. Goethe läßt er schulterklopfend als ›dollen Jesellen‹ gelten, Schiller gar als ›schneidig und kraftjeladen‹, aber die übrigen Dichterkollegen werden meist im Handstreich erledigt: ›Nenne nur beispielsweise Kleist. / Prinz von Homburg jelesen? / Keinen Dunst von soldatischem Jeist! / Sicher nie Fähndrich jewesen!‹ Auch der Dom zu Köln läßt ihn unbeeindruckt: ›Kölner Münster? Na ja – janz schön! / Nettes scharmantes Jebäude! / Muß aber doch janz ehrlich jesteh’n: / Machen zu viel draus, die Leute!‹« http://www.titanic-magazin.de/heft/klassik/2003/oktober/humorkritik5/

Dieser Beitrag wurde unter Allgemein abgelegt und mit verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.