Schulfach Literatur

Barbara Mader im Wiener Kurier über eine Initiative gegen die Entsorgung von Literatur aus dem Unterricht an österreichischen Schulen:
»Elfriede Jelinek will es. Arno Geiger will es. Barbara Frischmuth, Peter Turrini, Michael Köhlmeier und Marlene Streeruwitz wollen es auch: Ein Schulfach namens ›Deutsch und Literatur‹.
100 österreichische Schriftsteller und Schriftstellerinnen unterstützen die Initiative der IG Autoren zur Umbenennung des Schulfaches ›Deutsch‹. Eine Umbenennung, die dazubeitragen soll, einen breiten Diskurs über Literatur in Gang zu setzen. Nicht zuletzt durch die schriftliche Zentralmatura werde diese an den höheren Schulen stiefmütterlich behandelt, so die Autoren. […].
›Goethe wird man künftig vielleicht noch kennen, aber Büchner oder Kleist nicht mehr. Die Literatur verschwindet aus dem Unterricht‹, lautet der vernichtende Befund, den die Literaturwissenschaftlerin Daniela Strigl vor Kurzem im KURIER stellte. Schon jetzt merke man an der Germanistik, dass nun Maturanten an die Uni kämen, die sich erst hier mit Dingen beschäftigen, die man früher in der Schule gelernt hat. Statt Büchner und Kleist geht es dort jetzt um ›Kompetenzen‹: Zu den Maturaaufgaben der Zentralmatura Deutsch gehört das Verfassen eines Leserbriefes.« http://kurier.at/kultur/literatur/wenn-google-nicht-mehr-hilft/96.673.197

Einen nicht unoriginellen Vorschlag, die schulische Jugend zur Lektüre approbierten Literaturguts zu animieren, macht Kommentator yel in der Ulmer Südwest Presse: »Interessant wäre das Experiment, die Schüler vor die Wahl zu stellen, ob sie lieber ein Buch lesen oder zehn Gleichungen lösen. So richtig fiese. Vielleicht würde der ein oder andere feststellen, dass Schiller gar nicht sooo übel ist. Und nun, liebe Mathelehrer: tief Luft holen!« http://www.swp.de/ulm/zusammenleben/Seitenblick-Was-wollte-uns-der-Dichter-sagen;art1201523,2903032

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