Schwächelt Heinrich?

Der Briefträger hat sie eben vorbeigebracht, und wie in jedem Jahr gilt der erste Griff den statistischen Überblicken:
»Alle Werke mit den höchsten Aufführungszahlen« (Nr. 1-40), »Alle Werke mit den höchsten Inszenierungszahlen« (Nr. 1-25), »Alle Werke mit den höchsten Besucherzahlen« (Nr. 1-25) – weit und breit kein Kleist dabei.

Dafür unter des Dichters Namen ins Alphabet eingerückt:
55 Amphitryon-Vorstellungen, 10 vom Erdbeben (das bekanntlich kein Schauspiel ist), die Schroffensteiner 12 Mal, Käthchen 40 Events, die Marquise – wiederum kein Drama – 54. Als zweiter Sieger glänzt der unvermeidliche Kohlhaas (96); Penthesilea bringt es auf 10 Vorstellungen, der Homburg auf 36, die Verlobung auf immerhin 3. And the winner is – klar, der Krug mit 130 Terminen.

Dies alles geschah in der Spielzeit 2013/2014, und nachlesen kann man es in der Werkstatistik des Deutschen Bühnenvereins Wer spielte was?
Nicht aufgeführt: die Herrmannsschlacht und der Guiskard. Nicht bühnengerecht zusammengezimmert und auf die Bretter geschickt: das Bettelweib (müßte doch möglich sein, es abendfüllend zu strecken), der Findling, die Cäcilie und der Zweikampf.
(Kleiner Fingerzeig an die Dramaturgie: Da lassen sich durchaus noch Bearbeitungstantiemen generieren!)

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Ein Kommentar zu Schwächelt Heinrich?

  1. Ergänzer sagt:

    Die jeweiligen Premierentermine findet man in der Datenbank, die das in Heilbronn beheimatete Kleist-Archiv Sembdner pflegt: http://www.kleist.org/index.php/kleist-auf-dem-theater/188-kleist-auf-dem-theater. Bis 1900 möchte man sämtliche Aufführungen dokumentieren, ab 1901, der Masse wegen, vorzugsweise die Premieren. Ergänzende Hinweise sind dankend erbeten.

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