Singe den Zorn, o Göttin

Uwe Wittstock im Deutschlandfunk über poetischen Furor und furiose Poeten: »Zorn schert sich nicht um Regeln, weder um literarische noch um soziale. Das macht seine politische Sprengkraft aus. Als emotionale Macht stellt er die Vernunft in Frage, auch die der angeblich vernünftigen Gesellschaftsordnung. Heinrich von Kleists Novelle ›Michael Kohlhaas‹ erzählt von einer Orgie des Zorns, der sein Maß verliert und deshalb im Untergang des zornigen Titelhelden endet. Doch das ist nicht die eigentliche Pointe der Geschichte, zumindest nicht ihre politische. […] Sein Zorn steigert sich bis zur Revolte und da Kohlhaas im Recht ist, gewinnt er die Herzen seiner nicht-adligen Zeitgenossen. Er wächst zum Vorbild heran, zum role model, das schließlich die Hierarchie des Landes erschüttert.« http://www.dradio.de/dlf/sendungen/essayunddiskurs/1929951/

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