Solo für Michael

Kleists Kohlhaas hatte als blutiges Solostück in Frankfurt Premiere (Bildergalerie).
Stefan Michalzik, Wiesbadener Kurier: »Ziemlich puristisch wirkt die Anordnung des ›Kohlhaas‹ mit Isaak Dentler an den Kammerspielen des Frankfurter Schauspiels. Ein schwarzer Bühnenkasten mit einigen vertikalen Gegenlichtscheinwerfern im Hintergrund. Vorne ein Haufen Heu. Dentler steht aus der ersten Reihe auf und geht nach oben. Ein unbeschädigter, ein unbescholtener Mensch. Einer wie wir alle – deshalb geht er aus unserer Mitte hervor. Das ist ein ganz simpler und uralter Theaterkniff. So gescheit einfach geht es weiter. Alles wirkt selbstverständlich und plausibel an diesem Abend. Noch nicht einmal eine Regie, nur eine Dramaturgin führt der Programmzettel auf. […] Am Ende Jubel, einhellig. Für ein kleines Theaterwunder braucht man das Theater nicht neu zu erfinden.« http://www.wiesbadener-kurier.de/lokales/kultur/theater/kohlhaas-als-furioses-solo-in-frankfurt_15737183.htm
Judith von Sternburg, Frankfurter Rundschau: »Neben den notwendigen, bei Kleist trotzdem tragischen Kürzungen – denn auch im ›Michael Kohlhaas‹ sind es die Ausführlichkeit, Akribie und Satzarchitektur, die den schaurigen Ereignissen ihren Schliff geben (auch dauert alles eine Weile an für Kohlhaas und dessen Feinde) – fällt Dentler einige Male aus dem Text. Zu groß erscheint ihm dann wohl Kohlhaasens Staunen über die Schlechtigkeit der Welt, um nicht noch mal nachzufragen und noch mal. Das sind Momente, über die man streiten kann, aber spannend sind sie. Und markieren das Gefälle zwischen Kleists Sprache und der Sprache des Was, Wie, Wie bitte, und wie beide nur zwei Seiten der Verzweiflung sind.« http://www.fr-online.de/theater/schauspiel-frankfurt–kohlhaas–der-brave-mann-und-das-blut,1473346,31052258.html

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