Tendenziöse Lehrlingsarbeit

Der Nachlaß des frühexpressionistischen Dichters August Stramm, aufbewahrt in der UB Münster, ist seit 1. September digitalisiert im Netz zugänglich. Darunter auch das Manuskript von Stramms literarischem Erstling Die Bauern. socialhistorisches Drama in 5 Akten, das der Autor am 29. Januar 1905 als Wettbewerbsbeitrag um den bremischen ›Volksschillerpreis‹ eingereicht hatte; es wurde nicht ausgezeichnet. Lt. bibliographischer Angabe »am 06.12.1929 im Landestheater zu Oldenburg unter Inszenierung und Spielleitung von H. Götze« uraufgeführt: http://sammlungen.ulb.uni-muenster.de/hdh/content/titleinfo/3254042

»Das Drama«, schreibt Jeremy Adler, »eine Bearbeitung des Michael-Kohlhaas-Stoffes, ist noch unselbständig. Es entstand wahrscheinlich 1902 und wurde 1903/4 umgearbeitet. […]. Als manchmal wörtlich übernommene Quelle diente Kleists Michael Kohlhaas, die Form geht auf Goethes Götz von Berlichingen und Hauptmanns Florian Geyer zurück. Die starke soziale Tendenz läßt sich schon am Titel erkennen. Es handelt sich jedoch um eine Lehrlingsarbeit […].« (Jeremy Adler [Hrsg.]: August Stramm. Die Dichtungen. München, Zürich: Piper 1990, S. 333)

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