Theater der Literatur

Claus Peymann im Hamburger Abendblatt:
»Die Theater, die ich geleitet habe, waren immer Theater der Schauspieler, der Literatur und der Aufklärung. Und so ist auch das Berliner Ensemble ein Theater der Aufklärung, es steht in der Tradition Bertolt Brechts und Heiner Müllers. Dem fühle ich mich verpflichtet. Hier sehen Sie noch die ganzen Stücke. Regisseure müssen die Theaterdichter hier nicht verbessern. Man könnte sagen, es gibt zudem eine gewisse Video- und Lautsprecherabstinenz. Stücke für Erwachsene, Zeitgenossen eben. […] Man schädigt die Literatur, indem man seine kleinen Regieideen für wichtiger hält als das Original, als etwa Kleist. Diese Eitelkeit und Ignoranz macht das Theater schwach und verwundbar. Die Geier haben leichte Hand, uns zu zerstückeln und – alle haben zu viel Angst. Es gibt so wenig Wut und Zorn; die zornigen (alten) Männer danken ab. Aber vielleicht ist es heute auch schwer, den Feind zu entdecken.« http://www.abendblatt.de/kultur-live/theater/article206301567/Ich-waere-der-ideale-Theaterdirektor-fuer-Hamburg-gewesen.html

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