Tussikratie

Felix Stephan auf ZEITonline:
»Aus Rebellenführern werden oft die unerbittlichsten Autokraten. Auch in der Frauenbewegung, argumentieren die Autorinnen Friederike Knüpling und Theresa Bäuerlein in ihrem Buch Tussikratie, hat sich eine Wortführerin an die Spitze geputscht: die sogenannte Tussi, abgeleitet von der Figur der Thusnelda, die in Kleists Hermannsschlacht den Römer Ventidius in einen Hinterhalt lockt. Wie alle Autokraten schreibe auch die Tussi ihren feministischen Mitstreiterinnen vor, wie sie sich korrekt zu verhalten haben. Und straft jene ab, die von diesem Muster abweichen.« http://www.zeit.de/kultur/literatur/2014-05/tussikratie-feminismus-baeuerlein-knuepling

Thusnelda ein Alpha-Weibchen? Jedenfalls nicht die historisch überlieferte Gestalt, schreibt Rebecca Gablé: »Das Schicksal von Mutter und Sohn [Thusnelda und Thumelicus] hat über die Jahrhunderte Künstler und Schriftsteller inspiriert, darunter auch Heinrich von Kleist zu seinem Drama ›Hermannsschlacht‹. Es wird spekuliert, dass diese viel gehasste Schullektüre mit dafür verantwortlich ist [s. Stimming’s Inn], dass der Name Thusnelda im 20. Jahrhundert zum Schimpfwort für eine dumme oder oberflächliche Frau, also zur ›dummen Tussi‹ oder ›blöden Tusse‹ umgedeutet wurde. Eigentlich hätte die arme Thusnelda etwas Besseres verdient.« https://www.facebook.com/Rebecca.Gable.D/posts/10152061030761481

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