Vergleichsweise unpersönlich

Zu der Berliner Ausstellung Anton Graff – Gesichter einer Epoche (bis 23. Februar, Alte Nationalgalerie) schreibt Christoph Müller:
»Aber noch verdiente er [Graff] das meiste Geld mit Porträts von Königen (vorneweg Friedrich der Große), Fürsten, Freiherren, Ministern, Gesandten, Ratsherrn und Geistlichen. Mehr oder weniger deutlich mit mehr Empathie erfasste er die Gesichtszüge von Berufskollegen, Musikern, Wissenschaftlern, Dichtern und Denkern. Lessing und Schiller hat keiner so treffend porträtiert wie er. Nur der ›angebliche‹ Heinrich von Kleist hat ziemlich sicher nicht so adrett und ohne Anflug von Verwirrtheit den Blick in die Ferne schweifen lassen wie das vergleichsweise unpersönliche Graff-Porträt nahelegt.« http://www.swp.de/ulm/nachrichten/kultur/Von-der-Gewissheit-eines-Gemuetszustands;art4308,2287117

Hingegen meint Hans-Joachim Müller bei Betrachtung von Graffs ›Kleist‹-Bild in der Welt:
»Mehr und mehr löst er das Bildnis von den kulissenartigen Hintergründen des 18. Jahrhunderts ab, hinterfängt seine in der Regel im Brustbild-Ausschnitt angelegten Porträts mit einem malerischen Fond, der immer offener, weitmaschiger wird. So könnte man bei dem schönen Bildnis, das möglicherweise den Dichter Heinrich von Kleist zeigt, schon weit voraus an Edouard Manet denken.« http://www.welt.de/print/die_welt/kultur/article122144123/Die-Geburt-des-buergerlichen-Ideals.html

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