Versicherung

Der Anfang von Volker Brauns Anekdote aus dem vogtländischen Aufstand, wenn Kleist sie erzählt hätte:
»Als Hoelz, eben aus dem Gefängnis befreit, seinen neuen Steckbrief sah, die Kopfprämie ist wieder erhöht, sprang er in Falkenstein, um die Spießer und Spitzel aufzuregen, durchs Fenster des Schützenhauses auf die Bühne und, nachdem er ein paar Worte gesprochen, wieder hinaus. Der Anzeiger meldete, er sei mit dem Automobil entkommen, aber so leicht wollte sich’s der Kerl nicht gemacht haben; und sein kaltes Blut beweisend, ging er am hellen Tag, und ohne jede Begleitung, zurück in die Stadt. – Ich versichere Sie, hieße es bei Kleist, daß wenn ein paar Draufgänger mehr, wie er, unter den Kommunisten gewesen, die Reichswehr das Vogtland nie hätte nehmen können. […].« (aus: Volker Braun, Das unbesetzte Gebiet, Frankfurt a.M.: Suhrkamp, 2004, S. 102f.)

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Ein Kommentar zu Versicherung

  1. Martin Maurach sagt:

    Schon zum 150. Geburtstag des Dichters sprach der Kleist-Forscher Wilhelm Herzog vom „unmittelbare[n] Nachkomme[n] des Kohlhaas, Max Hoelz, dessen Kampf und Schicksal Kleist in seiner unsterblichen Novelle vorwegnahm“, allerdings nicht ohne den einschränkenden Zusatz: „Kleist konnte um 1810 kein Klassenkämpfer sein.“ (Wilhelm Herzog: Kleist, der Künstler und Kämpfer, in: Die Rote Fahne, 16.10.1927, sowie in: Klassenkampf [Halle], 18.10.1927)

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