Vorgeschoben

** Von Wolfgang Barthel, Berlin **
Der preußische Mittelschulkonrektor im Ruhestand Dr. phil. Paul Hoffmann, einer der namhaften Kleist-Forscher des letzten Jahrhunderts, hatte am 28. Juli 1933, nach Auflösung des Schutzverbandes Deutscher Schriftsteller, eine Aufnahme-Erklärung in den Reichsverband Deutscher Schriftsteller auszufüllen. In dem beiliegenden »Fragebogen für Mitglieder« wurde er zu seiner Person und Tätigkeit als Schriftsteller, als der er sich verstand, sowie zu seiner Zugehörigkeit zu Parteien und Verbänden befragt. Auf die Frage, ob er »Mitglied der N.S.D.A.P. oder Untergliederungen« sei, antwortete er: »meine Frau ist Mitglied der NSDAP«.
Nachdem der Reichsverband Deutscher Schriftsteller 1935 in die Reichsschrifttumskammer aufgegangen war, kam Paul Hoffmann am 10. Januar 1936 um Aufhebung seiner Mitgliedschaft in derselben ein. Sie wurde mit Schreiben der Behörde vom 13. Februar 1936, »rückwirkend ab 4. Vierteljahr 1934«, wie es darin heißt, vollzogen, verbunden mit dem Bemerken, »dass Ihnen damit eine weitere schriftstellerische Betätigung innerhalb des Zuständigkeitsbereichs der Reichsschrifttumskammer nicht gestattet ist«.

Dieser Beitrag wurde unter Allgemein veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.