Vorsicht bei Nachtsicht

Premiere am Theater Oberhausen; aus der Ankündigung: »Mit Kleists Das Käthchen von Heilbronn greift der junge niederländische Regisseur Bram Jansen […] erneut auf einen altbekannten Theaterstoff zurück, um diesen in zeitgenössischer Form neu zu erfinden: ein weiteres Kapitel in seinem ›Zyklus der Menschenbilder‹. Sein Käthchen von Kleist wird im Malersaal keine Reader’s Digest-Klassikeradaption, sondern eine radikale, also an die Wurzeln gehende Untersuchung menschlichen Verhaltens sowie des Verhältnisses von Kleists Biografie zu den von ihm geschaffenen Figuren. Von Käthchen ausgehend will Bram Jansen Kleists Wesen und Weltsicht ergründen.« http://www.theater-oberhausen.de/programm/stuecke.php?SID=378

Aus Kritiken:
ruhrbarone (Honke Rambow): »Vor Beginn der Premiere tritt Dramaturg Rüdiger Bering vor den Vorhang. Er erklärt die Funktion der Nachtsichtgeräte, die jeder Zuschauer am Eingang erhalten hat. Die erste Szene von Kleists ›Käthchen von Heilbronn‹ spiele in einer Höhle und in Höhlen sei es nun mal dunkel, sagt Bering, deshalb sei es auf der Bühne in dieser Szene auch dunkel.«
Der Westen (Gudrun Mattern): »Bram Jansens Käthchen ist Theater zum Genießen, sehr kurzweilig mit vielen schönen Effekten.«
nachtkritik.de (Martin Krumbholz): »So verheddert die Aufführung sich in ihren eigenen ehrgeizigen Ansprüchen. Sie beginnt als treuherziges Hörspiel, lässt kurz Licht werden, dann wieder Nebel wabern, spannt die Schauspieler als Regietheatersklaven in ein ödes Geschirr, trägt eine steile These vor sich her als Selbstrechtfertigung. ›Das Käthchen von Heilbronn‹? Unspielbar. Was einmal mehr bewiesen wäre.«

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