Waschtag bei Staegemanns

»Die Menge und die Verschiedenartigkeit der Kontakte, die meine Ahnen mit der Welt der Literatur hatten, sind wahrhaftig bemerkenswert«, schreibt Vladimir Nabokov in Erinnerung, sprich. Ihm zufolge war der Komponist Carl Heinrich Graun der Urgroßvater von Nabokovs Urgroßvater und zudem der erste Schwiegervater von Elisabeth, einer Enkelin des Königsberger Verlegers Johann Heinrich Hartung und Mutter von Nabokovs Ururgroßmutter. Soweit alles klar? – Nun, besagte Elisabeth, »eine gefeierte Schönheit«, heiratete in zweiter Ehe »den nicht sonderlich bedeutenden Dichter Christian [!] August Stägemann und war […] die ›mütterliche Freundin‹ eines wesentlich bekannteren Schriftstellers, Heinrich von Kleist (1777-1811), der sich mit dreiunddreißig Jahren leidenschaftlich in ihre zwölfjährige Tochter Hedwig Marie (spätere Olfers) verliebte. Es heißt, vor seiner Reise an den Wannsee […] habe er der Familie einen Abschiedsbesuch abgestattet, sei jedoch nicht vorgelassen worden, da es im Stägemann-Haushalt gerade große Wäsche gab.« (VN: Erinnerung, sprich. Wiedersehen mit einer Autobiographie. Deutsch von Dieter E. Zimmer. Reinbek 1999, S. 67f. [Gesammelte Werke Bd. 22])

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