Weißes Hemd im Mistral

Avignon hat eine berühmte Brücke, die schon seit längerem ins Leere führt, und ein ebenso berühmtes Theaterfestival, das, von Jean Vilar 1947 ins Leben gerufen, gegenwärtig zum 66. Mal stattfindet. Nahezu mythischen Status genießt inzwischen das Festival des Jahres 1951 (15. bis 25. Juli). Le Monde erinnert: »Gérard Philipe joue pour la première fois à Avignon. Jean Vilar lui a proposé le Cid, de Corneille, et Le Prince de Hombourg, de Heinrich von Kleist. C’est le triomphe. […] Son prince de Hombourg est rêveur et somnambule. Aucun de ceux qui l’ont vu n’a oublié sa chemise blanche flottant dans le mistral.«
Die gefeierte Homburg-Inszenierung mit Philipe in der Titelrolle und Jeanne Moreau als Natalie hat Kleist für die französische Bühne entdeckt und ist zugleich für die Etablierung eines neuen Kleist-Verständnisses nach 1945 richtungweisend geworden.
Hier die Besetzungsliste:
http://www.festival-avignon.com/en/Archive/Spectacle/1951/77
Für die Bühnenmusik zeichnete Maurice Jarre verantwortlich.

Einige Auszüge aus zeitgenössischen Kritiken zu Vilars Produktion druckt Helmut Sembdner im Nachruhm (Nr. 597-599).

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