Wenn es geht schenkungsweise

** Von Martin Maurach, Lüneburg **
Von den Verschiebungen und der schließlichen Absage der Tagung der Kleist-Gesellschaft im Jahr 1938 (vgl. Stimming’s Inn vom 7.3.2013) war auch der Direktor des Frankfurter Oderland-Museums, Georg Fischer, betroffen. Minde-Pouet hatte ihm einen Museumsbesuch der Mitglieder und Gäste versprochen, zu dem es wohl nie kam. Dabei war es Fischer, der Minde-Pouet im gleichen Frühjahr auf das sogenannte Gefangenschaftsbild Kleists als »Sujet suspect« (1807) aufmerksam machte: »Die Mutter des jetzigen Besitzers hat das Bild i[m] J[ahre] 1921 während der Rheinlandbesetzung von französischen Offizieren erworben.«
Auch diese Sache verzögerte sich offenbar. Noch im Juli 1938 bat Fischer Minde-Pouet, mit dem damaligen Besitzer, einem Herrn Waldemar Telschow in Berlin, nunmehr direkt zu verhandeln, um das Bild »für die Stadt Frankfurt/Oder zu einem möglichst niedrigen Preis, wenn es geht schenkungsweise«, zu erwerben.
Wir sind mäßig gespannt darauf, wo die Reproduktion dieses Gemäldes in der neuen Dauerausstellung des Kleist-Museums ihren Platz finden wird – zwischen Elektrisiermaschine und Uniformrock? (vgl. Stimming’s Inn vom 19.3.2013)
(Quelle: Georg Fischer an Minde-Pouet, 29.3. bzw. 4.7.1938. Teilnachlaß Minde-Pouet, Stiftung Zentral- und Landesbibliothek Berlin, z. Zt. im Kleist-Museum Frankfurt [Oder])

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