Werbung für Nivea-Gesichtscreme

Erfahrungsbericht von Morten Freidel über das Deutsche Literaturinstitut Leipzig (DLL) in der FAZ:
»Für das Seminar ›Todesarten‹ fehlte mir bis zuletzt jede Idee. Schließlich schrieb ich eine Geschichte, in der Heinrich von Kleist wieder zum Leben erwacht und seine historische Berühmtheit in Talkshows vermarktet. Bei ihrer Diskussion lag in den Blicken meiner Kommilitonen eine Mischung aus Mitleid und Verachtung. Eine Studentin fragte, wie ich Kleist bloß so habe darstellen können. Sie kenne ihn ja nicht, sei sich aber sicher, niemals hätte er so dumme Sachen gesagt, nicht mal in einer Talkshow. Jemand ergänzte, er könne sich bei allem Respekt nicht vorstellen, dass Kleist jemals Werbung für Nivea-Gesichtscreme machen würde. Schon gar nicht mit dem Slogan ›200 Jahre frischer Teint‹. Ich versuchte freundlich zu nicken. Ich hatte es gut gemeint und sie nicht böse.« http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/am-deutschen-literaturinstitut-leipzig-von-einem-der-auszog-das-schreiben-zu-lernen-12160937.html

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