Widrige Umstände

** Von Martin Maurach, Lüneburg **
Zähe bibliographische Recherchen führten Georg Minde-Pouet doch fast immer zum Erfolg. Am 5. Mai 1939 antwortet ihm Studienrat Dr. Johannes Bethke aus dem damaligen Memel auf eine Anfrage vom 22. Februar desselben Jahres:
»Ich bin der Verfasser der in Ihrem Briefe erwähnten Arbeit über ›Heinrich von Kleist und Österreich‹ [masch. Diss. Wien 1932], die infolge widriger Umstände – ich wurde von den Litauern 2½ Jahre ins Zuchthaus gesteckt – ungedruckt geblieben ist.«
Zwischen den Daten beider Briefe liegt, wie zu erwähnen wäre, die deutsche Besetzung des damals litauischen Memellandes von Ende März 1939. – Noch 1942 beabsichtigte Minde-Pouet offenbar, Bethkes Arbeit als Sonderveröffentlichung der Kleist-Gesellschaft erscheinen zu lassen. Dazu kam es jedoch nicht mehr. Habent sua fata libelli.
(Quelle: Teilnachlaß Minde-Pouet, Stiftung Zentral- und Landesbibliothek Berlin, z. Zt. im Kleist-Museum Frankfurt [Oder])

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Ein Kommentar zu Widrige Umstände

  1. Zähe Bemühungen um Bestandsvervollständigung führten 2004 dazu, daß sich die maschinenschriftliche Fassung obengenannter Dissertation heute auch im Kleist-Archiv Sembdner, Heilbronn befindet, siehe Bethke, Johannes

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