Wörter zählen

Auf die Bemerkung: »Spötter behaupten, dass die Literaturwissenschaftler in Zeiten der ›Digital Humanities‹ zu Wörterzählern verkommen«, antwortet Gerhard Lauer, Geschäftsführender Direktor des ›Göttingen Center for Digital Humanities‹:
»Zum einen sind die Digital Humanities aus der ganz klassischen Auseinandersetzung mit einzelnen, zumeist hochkanonischen Werken hervorgegangen. Zum anderen aber urteilen solche Spötter nicht nur in Unkenntnis der jahrzehntelangen Auseinandersetzung mit Werken, sondern ebenso in Unkenntnis, was Datenmodellierung, formale Modelle und Statistik zu leisten vermögen – eine typische Überheblichkeit mancher Geisteswissenschaftler gegenüber den in den Naturwissenschaften gängigen Methoden. Wörterzählen gehört zu den sinnvollen Methoden der Textwissenschaften. Man kann mit intelligent konzipierten Wortfrequenzlisten die stilistische Besonderheit eines Heinrich von Kleist ermitteln oder die Unterschiedlichkeit von weiblichen und männlichen Autoren zu einer historischen Zeit bestimmen.« http://www.idw-online.de/de/news563024

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