Zur Prüfung angefordert

Klaus Büstri über den Potsdamer Verleger Alfred Protte:
»Als 1935 Heinrich von Kleists politische und journalistische Schriften bei Protte erstaunlicherweise erscheinen konnten, schrieb der Verleger dem Herausgeber Adam von Trott zu Solz: ›Es wird Sie […] interessieren, dass das Buch gleichfalls vor einigen Tagen von dem Beauftragten für die ges. geistige und weltanschauliche Erziehung in der NSDAP Abtlg. Schrifttumspflege zur Prüfung angefordert wurde.‹
Adam von Trott, der zu den Widerstandskämpfern des 20. Juli 1944 gehörte und der nach dem Scheitern des Attentats auf Hitler zum Tode verurteilt wurde, schrieb in der Einleitung zum Kleist-Buch mit Blick auf den Rebellen Michael Kohlhaas, dass der ›Kern aller politischen Existenz‹ die Möglichkeit der freien Gewissensentscheidung sei – vor allem gegen eine Politik, die die echte menschliche Ordnung zu gefährden vermag. Weiter heißt es: ›Je unsicherer es mit der Welt überhaupt bestellt ist, desto sicherer ist es notwendig, für dieses Recht zu kämpfen.‹ Bis 1939 hat der 1902 in Bonn geborene und in Potsdam aufgewachsene Alfred Protte mit seinem Verlag durchgehalten.« http://www.pnn.de/potsdam-kultur/1000199/

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Ein Kommentar zu Zur Prüfung angefordert

  1. Martin Maurach sagt:

    Über Adam von Trott informiert vielleicht am besten diese neuere Biographie:
    Benigna von Krusenstjern: ‚daß es Sinn hat zu sterben – gelebt zu haben‘. Adam von Trott zu Solz 1909-1944. Göttingen: Wallstein 2009

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