Zwischendurch vom Band

Laurent Chétouanes Tanzstück Considering hatte am Berliner HAU (Hebbel am Ufer) Premiere.
Wolfgang Behrens schreibt auf nachtkritik.de:
»In ›Considering‹ hört man Kleists Text [Über das Marionettentheater] zwischendurch vom Band. Johann Jürgens spricht ihn ›einfach nur‹, und zwar so ausdruckslos und gleichförmig, wie es nicht einmal der Weltmeister unter den Gleichförmigkeitslesern, Heiner Müller, vermocht hätte. Man könnte auch sagen: Langweiliger geht’s nimmer. Freilich beruhigt es ungemein zu wissen, dass das Konzept ist – und nicht die Hauptsache an diesem Abend. Denn die Hauptsache sind die beiden Tänzer*innen Raphaëlle Delaunay und Mikael Marklund, die zur Live-Klaviermusik von Mathias Halvorsen der ungezierten, der anmutigen, der unschuldigen Bewegung nachforschen – ebenjener Bewegung, die Kleists Tänzer den Marionetten zuschreibt. […] Das HAU hatte die Premiere schon vor Wochen selbstbewusst mit den Worten angekündigt: ›Laurent Chétouanes neue Tanzproduktion ist nichts anderes als eine Offenbarung.‹ Nun ja, das ist in seiner Vollmundigkeit schon fast ein wenig exaltiert. Langweilig allerdings muss man den Abend auch nicht finden. ›Considering‹ ist wohl vor allem das: graziös und, ja, wohltemperiert.« http://www.nachtkritik.de/index.php?option=com_content&view=article&id=11012:considerung-laurent-chetouane-kleist-marionettentheater-hau-berlin&catid=38&Itemid=40
Der Deutschlandfunk meint:
»Der Kleist-Essay, den Laurent Chétouane als Sujet seines Tanzabends verwendet, ist eigentlich eine spannende Geschichte. Was choreographisch dabei herauskommt, ist allerdings diffus und beliebig. Keinerlei innere Notwendigkeit verbindet in diesem Stück Tanz, Text und Musik – man möchte dem Choreographen zu einer schöpferischen Pause raten.« http://www.deutschlandfunk.de/laurent-chetouanes-tanzstueck-considering-diffus-und.691.de.html?dram:article_id=320669
Konrad Kögler auf /e-politik.de/ Kulturblog:
»Im Programmheft des HAU beschreibt Chétouane seine Gedanken ausführlich und lesenswert. Auf der Bühne weist seine getanzte philosophische Meditation jedoch einige Längen auf und wirkt zu verkopft.« http://kulturblog.e-politik.de/archives/25027-laurent-chetouane-philosophiert-ueber-bewegung-seelen-und-kleist-im-hau-considering.html

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